Das gute Leben – es wartet nicht im Dorf oder in der Stadt. Lebensqualität entsteht immer dort, wo sich beides begegnet. Längst ist das urbane Dorf ein Ideal: ein Ort, an dem kurze Wege die Interaktion fördern, Services den Alltag erleichtern und es ein Zuhause für jeden gibt.

 

Eine afrikanische Weisheit besagt, man brauche ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. Nun leben wir aber zunehmend in Städten. Und wie sich zeigt, sind auch hier die Menschen und ihr Lebensgefühl maßgeblich von sozialen Interaktionen abhängig. Es gilt sogar als erwiesen, dass die Anzahl und Qualität von sozialen Kontakten einen signifikanten Einfluss auf das Wohlbefinden hat. Schon die New Yorker Architekturtheoretikerin Jane Jacobs schrieb Anfang der 60er Jahre in ihrem Buch „The Death and Life of Great American Cities“, wie alltägliche Begegnungen und Zusammenspiele in einem durchmischten Viertel wie Greenwich Village ein Netzwerk aufbauen können. Jacobs spricht dabei von einem „sozialen Kapital“, also einem Wert, den sich niemand kaufen kann. Architektur und Städtebau haben vielleicht zu lange das Urbane und den ländlichen Raum als Gegensatz empfunden. Auf der einen Seite ist nichts los – auf der anderen drückt die Dichte.

 

Wie wäre es, hätten wir einen Ort, der anders funktioniert? Einen Ort, an dem man sich kennt und sich grüßt, an dem Wohnen den Mehrwert der Gemeinschaft beinhaltet und alle Aspekte des täglichen Bedarfs in der Nähe abgebildet sind. Einen Ort, an dem es Raum für jeden, aber trotzdem auch genügend Raum für alle gibt? 

 

Hier öffnen große Fenster den Blick in einen belebten Hof. Ein Teil einer Dachlandschaft, die den Hof ringförmig umschließt, kann öffentlich genutzt werden. Auf den Dächern befinden sich zudem Gemüsegärten und energieerzeugende Wind- und Solarsysteme. In den integrierten Gewerbeflächen finden Gesundheitsangebote, Kunst und Kultur, Einzelhändler und Gastronomie ihren Platz. Es gibt wieder Freiflächen, Gemeinschaftsräume und eine echte generationsübergreifende Nachbarschaft. Sport- und Freizeitangebote und möglichst viel Grün sorgen für Erholung und Gesundheit. Und um die Erziehung der Kinder kümmern sich hier die Profis. 

 

Es ist nicht der Ort, an dem man einfach nur wohnt, sondern die Qualität, in der man lebt. Durch neuartige Wohnlösungen, die sinnvolle Quartiersentwicklung mit lebenswerter Architektur, innovativen Technologien und Dienstleistungen verbinden, könnte Stück für Stück eine Stadt entwickelt werden, in der das Leben seinen Platz findet. Das wäre ein Dorf in der Stadt und vielleicht die Zukunft städtischen Lebens. Eine wundervolle Fantasie, von der wir uns wünschen, dass sie Wirklichkeit wird.