Wir werden immer älter. Und leben dabei immer besser. Die Zielgruppe Best Ager steht im Fokus: Sie möchte auch im Alter selbstbestimmte Entscheidungen treffen, mitten im Leben stehen und es gestalten. Über eine unterschätzte Zielgruppe.

 

Bis 2060 werden über 50 % der deutschen Bevölkerung über 50 Jahre alt sein. Die gesellschaftliche Alterung ist weltweit sichtbar und wird alle Bereiche unseres Lebens verändern und beeinflussen. Die Zielgruppe ist durchaus solvent: Deutsche Silver Ager haben haben für das Jahr 2018 nach eigenen Angaben Ausgaben von rund 248 Mrd. Euro in Planung (davon 47 Mrd. für Immobilien zur Eigennutzung). Konzepte für ein Leben und Wohnen im Alter werden entsprechend immer vielfältiger. Längst möchte sich die vitale Zielgruppe nicht mehr mit einer unbestimmten Zeit im Altenheim zufriedengeben – Mehrgenerationen-Wohnen, gemeinsames Leben im Familienhaus bzw. in der Familienwohnung, oder kollektiv in einem Altendorf sowie Ruhestand-Resorts werden zu attraktiven Optionen.

Trendbewusste Zielgruppe mit Lust auf Neues

Best Ager reagieren heute sensibel und aufgeschlossen auf neue Trends. Immer mehr können sich deshalb vorstellen, nochmal umzuziehen. Insbesondere dann, wenn das neue Umfeld den veränderten Bedürfnissen im Alter besser entspricht, sich eine wesentliche Veränderung der Versorgungsqualität oder des sozialen Umfeldes herbeiführen lässt. Denn Einsamkeit spielt unter Silver Agern leider eine große Rolle. Etwa ein Drittel der Befragten im Rahmen der Deutschen Alterssurveys (DEAS) von Februar 2014 räumt ein, „(…) dass Einsamkeitsgefühle teilweise zutreffend die eigene Gefühlslage beschreiben“. Keineswegs handelt es sich bei der aktiven Zielgruppe jedoch grundsätzlich um vereinsamte Senioren. 

Leeres Nest, erfülltes Leben

Seit den 60er Jahren entdecken immer mehr Paare und Singles ein „Leben nach den Kindern“ und verwirklichen sich kulturell, kreativ oder spirituell, starten ganz neue Karrieren und vertiefen sich in neue Interessen. Dabei geht es nicht primär um einen Distinktionsgewinn, sondern vor allem um die persönliche Weiterbildung und -entwicklung. Unterschiedliche Milieus und Lebensrealitäten spielen selbstverständlich auch in dieser Gruppe eine Rolle. Sie müssen bei der Zielgruppenansprache sorgfältig beachtet werden. 

Neue Ideen für das Leben im Alter suchen aber fast alle. Das klassische Seniorenheim ist für viele eine Horrorvorstellung, quasi „das Vorzimmer zum Tod“. Der Familienwohnsitz ist vielen längst zu groß geworden, ist außerdem schwierig zu bewirtschaften und sauberzuhalten. Die Rente im Ausland zu verbringen ist für immer mehr Senioren nicht nur aus Kostengründen eine Option. Lebenswerte Lösungen für alle Altersklassen zu entwickeln, ist eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre für die ganze Branche.