Wo Hard- und Software von Zeit zu Zeit ein Update brauchen, muss sich auch die Definition des Wohnens weiterentwickeln, um neuen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Eine nachhaltige Antwort gibt es schon: die Erfindung der Flexware. 

 

Nutzer stellen für jetzt und morgen völlig neue Anforderungen an ihr Zuhause. Komfortzone statt Wohnzimmer, Home-Office statt Heimarbeit, Wohnküche statt Kochstube. Die Wohnevolution findet auf Ebenen statt. Heute gilt die klassische Aufteilung in drei Zimmer, Küche, Diele, Bad längst als überholt. Die Standardwohnformen der Kleinfamilie als höchstpersönliches Refugium bleiben uns als „Gutes von gestern“ in Erinnerung. Private, halbprivate und öffentliche Räume vernetzen sich zu einer neuen Wohnkultur der Zukunft. 

 

Minimalismus? Funktionalismus? Was kommt, was bleibt? Guter Wohnraum wird weiterhin als Ort für Sicherheit, Schutz und Geborgenheit, für Kontakt und Kommunikation sowie immer auch als Raum für Selbstdarstellung bestehen. Doch entstehen gerade drei neue Kategorien, mit denen die Wohnrevolution gestaltet werden soll. HARDWARE bezeichnet das Gebaute – von der Stadtlandschaft bis zum Gebäude, SOFTWARE meint den Bewohner mit all seinen Ideen, Bedürfnissen und Ritualen. Anpassungsfähig und nachhaltig wird das Zusammenspiel dieser beiden erst durch eine kluge FLEXWARE, also flexible Gestaltungselemente von Möbeln bis zu Oberflächen wie Wand und Boden.

 

Modulares Wohnen ermöglicht eine neue Organisation von Grundrissen. Zukunfts- und Trendforscher sprechen zum Beispiel vom Broken Plan, der sich als eine Gegenentwicklung zum offenen Loft-Grundriss versteht, weil er private Zonen deutlich definiert. Wohnfunktionen wie Kochen, Spielen, Arbeiten überlagern und verlagern sich dabei und nutzen Raum optimal aus. So, wie sich unsere Lebensphasen verschieben und verändern, wird sich auch der klassische Wohngrundriss auflösen. Architekten, Interieur-Spezialisten und Designer experimentieren mit Elementen, die das Apartment als Ort zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen Rückzug und Gemeinschaft, zwischen Effizienz und Nachhaltigkeit neu erfinden. So entstehen schon heute variable Wohntypologien jenseits des Standards als Antwort auf die Bedürfnisse von morgen. 

 

Einen Schritt voraus sein kann nur, wer über die nötigen Informationen verfügt. Was ist heute State of the Art in technologischer Sicht? Was wird morgen möglich sein? Der Shift der Bedürfnisse ist vielleicht nicht vorhersehbar, aber wir können ihn ermitteln – auf Basis von Daten. Sie verraten uns, was die Menschen sich wünschen und wie ein Gebäude dafür ausgerüstet werden kann. Die nächste Verwandlung des Wohnens, sie beginnt im Inneren.